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Beitband Bispingen

 

Naturpark Lüneburger Heide

Gemeinde Bispingen vernetzt
Bispingen-Touristik
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Gemeinde Bispingen

Staatlich anerkannter Erholungsort

 

Lage

Bispingen ist eine Einheitsgemeinde im Landkreis Heidekreis, in Niedersachsen. Es liegt im Norden des Kreises, im oberen Luhetal, genau auf dem 10. Meridian östlicher Länge. Man erreicht es über die A7 aus Richtung Norden kommend über die Abfahrt Evendorf, und aus Süden kommend über die Abfahrt Bispingen. Auch die B 209 und die K4 führen nach Bispingen. Die Kleinbahnstrecke von Soltau nach Lüneburg, an welcher der Ort liegt, wird zurzeit nur für Güterverkehr genutzt.

 

Größe

Die Einheitsgemeinde Bispingen hat insgesamt 6357 Einwohner, bei einer Flächengröße von 128,55 km². - Stand 30.06.2012 - (Stadt Hamburg; 755,26 km²) Sie entstand im Jahr 1974 durch den freiwilligen Zusammenschluss der ehemals selbständigen Dörfer Behringen, Bispingen, Borstel, Haverbeck, Hörpel, Hützel, Steinbeck, Volkwardingen und Wilsede.

 

Bispingen bildet, mit seinen neun Ortschaften, im und am Naturschutzgebiet, den Mittelpunkt der Lüneburger Heide. Die ca. 112.200 Hektar große Einheitsgemeinde ist reich an landschaftlichen Schönheiten. Die Urstromtäler von Brunau, Luhe, Wittenbeck und Wümme, sowie die vielen Trockentäler und Endmoränen, wurden von den urgewaltigen Kräften der Gletscher geformt, die Norddeutschland in mehreren Eiszeiten unter sich begruben. (das VNP „Haus der Natur“ in Undeloh, stellt die Abläufe der Eiszeiten in der Heide sehr anschaulich dar)

Die sandige wenig fruchtbare Heide, war karges, schwer zu bewirtschaftendes Bauernland. Heute dient das, zu einem großen Teil unter Natur- und Landschaftsschutz stehende Gemeindegebiet, vorwiegend der Erholung. Der 1909 gegründete VNP (Verein Naturschutzpark), hat durch den Ankauf von rund 9.000 Hektar Heideland und Wald wesentlich zur Erhaltung der größten zusammenhängenden Heideflächen Mitteleuropas und des größten, zusammenhängenden Waldgebietes Norddeutschlands beigetragen.

Mit dem Wilseder Berg, der höchsten Erhebung der norddeutschen Tiefebene und dem bekannten Totengrund, ist die Keimzelle des heutigen „Naturschutzgebietes Lüneburger Heide“, ein Teil von Bispingen.

 

Der Totengrund, wie auch die gesamte Lüneburger Heide, sind nicht nur im Spätsommer, zur Zeit der Heideblüte ein besonderes Naturerlebnis. Zu jeder Jahreszeit hat die Landschaft ein anderes Gesicht. Lässt im Frühling das helle Grün der Birken mit ihren weißleuchtenden Stämmen, das Herz höher schlagen, begeistert die Laubfärbung in der braunen Heide im Herbst. Geht sie dann über in die Melancholie der nebeligen Novemberstimmung, ist der Winter nahe, der die weite Landschaft mit Schnee und Eis in ein Wintermärchen verwandelt.

Bis auf zwei Durchfahrtsstraßen ist der gesamte Park (mit Ausnahme der Anlieger) für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrt. Dass das Naturschutzgebiet entstand und die Heidelandschaft in ihrer herben Schönheit erhalten bleiben konnte, ist unter anderem den folgenden Persönlichkeiten zu verdanken:

 

Pastor Wilhelm Bode

Der Pastor aus Egestorf gilt als einer der Gründerväter des Naturschutzgebietes. Er sorgte dafür, dass der Totengrund nicht als Bauland verkauft und bebaut, sondern unter Naturschutz gestellt wurde. Im Jahre 1905 kaufte er dieses, landschaftlich idyllische, aber für den Ackerbau ungeeignete Trockental in der Lüneburger Heide, nahe dem Wilseder Berg auf, um es für die Nachwelt zu erhalten. Damit legte er den Grundstock des heutigen Naturschutzparkes, für dessen Wachstum und Sicherung er unermüdlich warb. Im Jahr 1910 kaufte er für den Verein Naturschutzpark den Wilseder Berg und verhinderte so dessen geplante Aufforstung. In den folgenden Jahren leitete er die umfangreichen Flächenaufkäufe des Vereins, als dessen Generalbeauftragter in der Heide. Dabei kamen ihm seine genaue Ortskenntnis und das Wissen um die Mentalität der Heidebauern zu gute. Wilhelm Bode ist es zu verdanken, dass in der Region um den Wilseder Berg große zusammenhängende Heideflächen erhalten blieben. Des Weiteren unterstützte er den Lehrer Bernhard Dageförde beim Aufbau des Heidemuseums „Dat ole Huus“ in Wilsede. Er war es auch, der für den Bau des „ Gasthauses zum Heidemuseum“ sorgte. Wegen seines nie erlahmenden Engagements für die Erhaltung der Heidelandschaft, wurde Wilhelm Bode „der Heidepastor“ genannt. (http://www.pastor-bode.de/vita-heidepastor-bode.html)

 

Professor Andreas Thomsen

Dieser Wissenschaftler aus Münster unterstützte mit einer Spende von 6000 Goldmark an Pastor Bode, den Kauf des Totengrundes.

 

Landrat Fritz Ecker

Der Winsener Landrat konnte in einem persönlichen Gespräch den Kaiser von der Naturschutzidee überzeugen. Dieser genehmigte daraufhin eine Zwei-Millionen-Lotterie zugunsten des Naturschutzgebietes Wilsede.

 

Dr. Alfred Toepfer

Der Hamburger Großkaufmann gilt als „der Mäzen der Heide“. Über Jahrzehnte steckte er Millionenbeträge seines Privatvermögens in die Pflege und den Erhalt der Heidelandschaft. Der Unternehmer war ein Pionier des Landschafts- und Naturschutzes. Zwischen 1954 und 1985 war er Vorsitzender des überregionalen Vereins Naturschutzpark. Ein besonderes Anliegen Toepfers, war die Erhaltung der Lüneburger Heide und die Schaffung von Naturparks in Deutschland. Dies gelang ab dem Jahre 1956 mit der Verkündung des Naturparkprogramms in der Aula der Universität Bonn, bei der Bundespräsident Theodor Heuss anwesend war.

 

„Der  Heide- und Erlebnisort“ :

Die Heide um Bispingen zieht seit Jahrzehnten Urlauber und Erholungsuchende an, die gerne auch die zahlreichen Freitzeiteinrichtungen nutzen. Der im Sommer 2012 eröffnete „Heidschnuckenweg“, eine 223 Kilometer lange Fernwanderstrecke, führt quer durch die Gemeinde. Entlang des Weges von Hamburg-Fischbek bis nach Celle reihen sich die schönsten Heideflächen der Lüneburger Heide wie eine Perlenkette aneinander.

Gastlichkeit wird in der Gemeinde Bispingen groß geschrieben. Annähernd 5500 Betten stehen dem Urlauber zur Verfügung. Er hat die Wahl zwischen dem Hotel der gehobenen Klasse, dem rustikalen Landgasthof, der gemütlichen Pension, dem gepflegten Privatzimmer oder dem Urlaub auf dem Bauernhof. Auch zwei Campingplätze und eine Vielzahl an Ferienwohnungen und -Häusern stehen für den individuellen Bedarf bereit.

 

Durch Bispingen verläuft der 10. Meridian östlicher Länge. Zur Veranschaulichung steht im Ort in der Hützeler Straße ein Granitfindling aus der Eiszeit. Er verkörpert durch eine umlaufende bandähnliche und farblich sichtbare Verkieselung auf natürliche Weise den Längengrad. Mit erläuternden Daten auf einer Bronzeplatte versehen, wurde er, auf diesen ausgerichtet, vom Heimat- und Kulturverein Bispingen dort aufgestellt.

Mehr als die Hälfte des Gemeindegebietes sind Wald und Heide. Die abwechslungsreiche Mischung von Wasser, Grünland und Wald in der Region führt zu einem ganz besonderen Erholungswert. Durch das Gemeindegebiet zieht sich eine Wasserscheide. Hier fließen sechs klare reine Heidebäche: Wümme und Haverbeeke fließen nach Westen zur Weser; Luhe, Brunau, Wittenbeck und schmale Aue, nach Osten in Richtung Elbe.

Direkt an der Luhe liegt das „Luhetalbad“, ein gepflegtes Freibad mit Schwimmhalle. 

 

Mit den Jahren entwickelte sich die aufstrebende Gemeinde zu einem Touristischen Oberzentrum und hat dem Gast eine Menge zu bieten: Bispingen ist der einzige Ort in Deutschland, der über 5.000 Betten und verschiedenste Eventmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe bieten kann.

Von Juli bis Oktober fährt ein kostenloser Bus, der „Heideshuttle“, mit Fahrradanhänger täglich im Ringverkehr die Feriengäste zu den verschiedenen Zielen in der Region. Die reizvolle Landschaft, verbunden mit gesundem Klima, reiner Luft und einer guten Infrastruktur, machten Bispingen zur führenden Urlaubs- und Erlebnisgemeinde in der Lüneburger Heide, mit vielen Sehenswürdigkeiten wie:

• Gräberfelder in Borstel, Behringen und Volkwardingen, mit bronzezeitlichen Hügelgräbern

• Ole Kerk, von 1353, aus Feldsteinen erbaut

• „Dat ole Huus“  in Wilsede, eines der ältesten Heimatmuseen Deutschlands

• Treppenspeicher in Volkwardingen, einer der ältesten in der Lüneburger Heide, erbaut 1600 und 1702, restauriert 2001

• Der Heidschnucken-Wanderweg führt durch Bispingen

• Weite Heide, Schnuckenherden, flinke klare Heidebäche und ungestörte Natur

• Center Parcs Bispinger Heide

• Landschaftspark Iserhatsche

• Ralf Schumachers Kartcenter

• Snowdome

• Das verrückte Haus

 

Viele weitere Attraktionen der Nachbarkreise und Gemeinden sind von Bispingen aus sehr schnell zu erreichen.

 

Bekannte Persönlichkeiten:

Der Kunstmaler Johannes „Hans“ Braue, geb. 8.3. 1895, lebte und malte von den zwanziger Jahren, bis 1975 in Bispingen

Der Kunstmaler Günther Weißflog, geb. 13. 06. 1909, lebte und malte von 1955 bis 1987 in Bispingen.

Der Maler und Grafiker Rudolf Wieneke rekonstruierte von 1950 bis 1953 in mühevoller Kleinarbeit die „Ebstorfer Weltkarte“ in Bispingen.

 

 

  

Marietta Hemmerle