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Beitband Bispingen

 

Naturpark Lüneburger Heide

Gemeinde Bispingen vernetzt
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Steinbeck

„Stimbeck“ (Niederdeutsch/Plattdütsch)

 

Name

Über die Herkunft des alten Ortsnamens „Stenebeeke“ (das heißt  Stene = Stein und Beeke = Bach), gibt es verschiedene Theorien. Vermutlich bezeichnet er einfach den Ort, an dem die Siedlung entstanden ist, nämlich am „Stimbeek“, dem kleinen Zufluss zur Luhe, der bei den großen Steinen (Findlinge, die es damals noch dort gab, am Fuße des Hohlortsberges entspringt.

 

Größe  

Die Gemarkung umfasst 18,35 km² und hat 834 Einwohner. (Stand 30.06.2012)
An Fläche ist der Ort der zweitgrößte der Gemeinde, nach Bispingen selbst.

 

Lage

Steinbeck ist ein Teil der Einheitsgemeinde Bispingen und liegt im Tal der Luhe, zwischen den ausgedehnten Wäldern des Druhwaldes und der Raubkammer. Der Ort, hat seinen dörflichen Charakter bis heute bewahrt. Die Anwesen und Gebäude verteilen sich auf einer Länge von etwa drei Kilometern, hauptsächlich entlang der Hauptstraße, der Kreisstraße 4, die Steinbeck im Westen mit Hützel und im Osten mit Schwindebeck verbindet. Sie verläuft parallel zum Fluss im Tal der Luhe. Einen Kilometer vom Ortskern entfernt, in Richtung Schwindebeck, liegt der Ortsteil Grevenhof. Steinbecks höchste Erhebung ist der Hohlortsberg (106 m ü. N.N.) im Norden.

 

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahre 1193, als das Dorf Steinbeck, als Teil des  Kirchspiels Bispingen, an den Bischof Lüder von Verden verkauft wird. Ein weiteres Mal, im Jahre 1244, als der Bischof Lüder von Verden die Gründung eines Zisterzienserklosters in „Stenbeke“   verfügt. Sie ist wohl erfolgt, denn es steht auch geschrieben, wie der Konvent finanziell versorgt werden soll. Wo das Gebäude, vermutlich zunächst aus Holz, gestanden hat, ist nicht überliefert, da es keine eindeutigen Spuren gibt. Fest steht, dass auf Geheiß des Herzogs „Otto das Kind“ der Plan geändert und das Kloster 9 Jahre später stattdessen in Scharnebeck gebaut wurde. Die Steinbecker Bürger haben zum Gedenken an diese Klostergründung im Wald einen Findling aufgestellt.

 

Hans Eidig

Der Wildschütz war Steinbecks berühmtester Einwohner, näheres unter „Sagen und Geschichten aus dem Kirchspiel Bispingen“ (www.bispingen.de). Die Einwohner Steinbecks lebten seit Beginn mehrheitlich von der Landwirtschaft. Auch heute gibt es noch einige aktive Betriebe.

 

Druhwald 

Er war im Mittelalter ein Jagdrevier des Bischofs von Verden. Die sieben Druhwaldgemeinden: Borstel, Hützel, Hörpel, Volkwardingen, Evendorf, Steinbeck und Schwindebeck hatten lange Zeit das „Hute-Recht“ im Wald. Das heißt, die Bauern durften ihr Vieh dort hüten (Schweinemast mit Eckern und Eicheln). Später wurde jedes Dorf mit einer Fläche Land abgefunden, die es als Allmende nutzen konnte und hatte fortan mit dem Druhwald nichts mehr zu tun. Bis 1928 war das ausgedehnte Waldgebiet bei Steinbeck an der Luhe noch preußischer Staatsforst und gehörte zur Garlstorfer Forstverwaltung. Danach wurde das Gelände im Zuge einer Gebietsreform dem Ort Steinbeck zugeschlagen.

 

Im Jahre 1936 wurde der Druhwald von der Marinewerft Wilhelmshaven gepachtet, um dort eine gut getarnte Fabrik zur Fertigung von Seeminen zu errichten. Die genaue Geschichte dieser Anlage ist unter (http://www.geschichtsspuren.de/artikel/ruestungsproduktion-logistik/56-marine-sperrzeugamt-druhwald.html) zu finden.

 

Am Ortsrand Steinbecks, am Kreuzkamp, wurde für die mittleren Dienstgrade der dort eingesetzten Marinesoldaten eine Siedlung aus Doppelhäusern errichtet, die noch heute den Namen „Marinesiedlung“ trägt. Mit ihrer Belegung stieg die Einwohnerzahl von 240 auf 400, was für die Dorfgemeinschaft eine große Herausforderung war. In Spitzenzeiten montierten etwa 200 Arbeiter im Druhwald täglich mehr als 100 Seeminen. Am 1. April 1945 sprengte die Besatzung auf Befehl aus Berlin, die gesamte Anlage, inklusive der kompletten Ausrüstung und des gesamten Lagerbestandes an Minen in die Luft.

 

Die verbliebenen Wohnhäuser auf dem Areal des „Sperrzeugamtes Druhwald“, wurden nach dem Kriegsende als Heim für heimatlose Jugendliche ab 1961 vom Senat Berlin für ein Erziehungs- und Ausbildungsheim Berliner Jugendlicher genutzt. Für die Ausbildung der jungen Menschen, waren gleich nach dem Kriege Werkstätten im Druhwald errichtet worden. Dort konnten sie Handwerksberufe wie: Maurer, Maler, Tischler oder Schlosser erlernen. Nach der Wende wurde das Haus Druhwald geschlossen, weil die Stadt Berlin im Umland bessere Möglichkeiten fand, die Jugendfürsorge zu organisieren. Heute hat sich in den Gebäuden eine christliche Missionsgemeinschaft angesiedelt. Die Soldaten- und Arbeiterhäuser zwischen Steinbeck und Grevenhof  blieben als „Marinesiedlung“ des Dorfes bestehen und wurden vom Bundesvermögensamt nach und nach an private Erwerber verkauft.

 

In den letzten Jahren hat sich Steinbeck zu einem attraktiven Wohnort für junge Familien entwickelt. Die gute Anbindung zur Autobahn, die Nähe zu Hamburg einerseits und der hohe Erholungswert andererseits sichern eine hohe Lebensqualität für Pendler.

Rund um Steinbeck, gibt es viele schöne Waldwanderwege. Sehr beliebt ist im Sommer der, von der Dorfgemeinschaft angelegte, Badeteich. Sport und Erholung werden in der vitalen Steinbecker Dorfgemeinschaft besonders großgeschrieben. Es gibt den Sportverein TuS Steinbeck, mit vielen Sportangeboten. Besonders wichtig aber, ist die Freiwillige Feuerwehr, die nicht nur als Brandschützer, sondern auch als Ausrichter des berühmten Erntefestes fungiert.

 

Steinbecker Erntefest

Seit 65 Jahren, findet hier, jedes Jahr, am zweiten Sonntag im September, das traditionelle Erntefest mit Festumzug und Krönung der „Deutschen Erntekönigin“ statt. Seit 1972 hat es eine beeindruckende Größe erreicht und lockt jedes Jahr Tausende Zuschauer zum prachtvollen Erntefest-Umzug nach Steinbeck. 

 

Tourismus

Im Ort gibt es verschiedene Ferienwohnungen zu mieten, Südwestlich liegt das „Naturhotel Haus Spöktal“,  dazu gehört ein großer Teil des Spöktales, einer Heidelandschaft, die besonders sehenswert ist. Von Steinbeck aus, gibt es schöne Waldwanderwege rund um den Ort.

 

 

Marietta Hemmerle