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Beitband Bispingen

 

Naturpark Lüneburger Heide

Gemeinde Bispingen vernetzt
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Volkwardingen

„Volgern“  ( Niederdeutsch/Plattdütsch)

 

Name

Bezieht sich vermutlich auf den Vornamen Volkquard, die Endung  „ingen“ deutet auf langobardischen Ursprung hin und ist häufig in diesem Teil Niedersachsens, dem alten Bardengau, zu finden.

 

Größe

Die Gemarkung umfasst 10,28 km2 und hat 198 Einwohner. (Stand

30.06.2012)

 

Lage

An der Landesstraße 212, östlich der A7, liegt der kleine Ort Volkwardingen, mit seinen alten Hofanlagen und hohen Eichen  an der Straße nach Wilsede. Er gehört zur Einheitsgemeinde Bispingen, im Landkreis Heidekreis. Mit seiner Lage zwischen Wiesen und Wäldern direkt am Naturschutzgebiet Lüneburger Heide, er  ist ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in den Naturschutzpark.

 

Geschichte

Die erste urkundliche Nennung  datiert aus dem Jahre 1193. Dort wird das Dorf Volkwardingen, als Teil des  Kirchspiels  Bispingen, an den Bischof Lüder von Verden verkauft. Eine weit ältere Besiedlung bezeugen die  vielen Gräber aus der Bronze- und der  Eisenzeit,  in und um Volkwardingen.  Die ersten Hügelgräber wurden, da sie genau auf der Autobahntrasse lagen, im Jahre 1939 durch eine Notgrabung  untersucht.  Am westlichen Ortsrand, auf dem Lohberg, sind einige weitere erhalten geblieben. Man hat sie, nach ihrer wissenschaftlichen Ausgrabung  in den sechziger Jahren, offen gelassen, so dass die Steinsetzungen von Interessierten besichtigt werden können. Östlich des Dorfes fand man außerdem ein eisenzeitliches Gräberfeld mit  zahlreichen Urnenbestattungen.

 

Nach mündlicher Überlieferung alter Volkwardinger, gab es am „Höllengrund“(„helln“= Sandabbruch, abschüssige Ebene) ein Großsteingrab, dessen Steine allerdings abtransportiert und anderweitig verwendet wurden.

Im Dorf  findet sich auch einer der ältesten Treppenspeicher in der Lüneburger Heide. Er besteht aus zwei Teilen und ist laut Balkeninschrift aus den Jahren 1600/1702. Er stammt vom Albers-Hof Nr. 5 im Ort,  wurde im Herbst 2001 vom Heimatverein Bispingen restauriert und  auf einem, vom Hof Cohrs zur Verfügung gestellten Grundstück wieder aufgebaut.

 

Wie Überall, befindet sich die Landwirtschaft auch in Volkwardingen auf dem Rückzug. Nur noch drei der Höfe werden bewirtschaftet. Ein zweites Standbein der noch aktiven Bauern ist die Produktion alternativer Energie. Es werden im Ort zwei Biogasanlagen betrieben.

Für Touristen gibt es Ferienwohnungen und Pensionen. Ob zu Fuß, zu Pferd, per Rad oder mit der Kutsche, von hier aus können alle Sehenswürdigkeiten im fast autofreien (nur Anlieger haben Fahrerlaubnis) Naturschutzgebiet entdeckt werden. Bei Wanderungen und Radtouren von Volkwardingen aus, sorgen weite Wiesen und Felder, schattige Wälder, Moore und Heidelandschaften für anregende Abwechslung. 
 

 

Marietta Hemmerle