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Beitband Bispingen

 

Naturpark Lüneburger Heide

Gemeinde Bispingen vernetzt
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Hörpel

Hochdeutsch wie Plattdütsch „Hörpel“

 

Name

Der Name „Hörpel“ könnte über „Horpeloh“, „Horpele“, „Erple“ auf  erp = dunkel und loh = Wald zurückgehen. Hörpel war das Dorf, das am dunklen Walde lag.  Die Silbe Loh deutet, wie bei den Nachbarorten  auf eine Siedlung, nahe eines Waldes, hin. (Undeloh, Handeloh, Hutzeloh= heute Hützel)

 

Größe

Die Gemarkung umfasst 10,66 km2 Fläche und hat 399 Einwohner. (Stand 30.06.2012)

 

Lage

Hörpel ist ein Teil der Einheitsgemeinde  Bispingen im Landkreis Heidekreis. Man erreicht es über die Autobahn A7, Ausfahrt Evendorf/Döhle, oder über die Landesstraße 212. Es liegt direkt an einem der schönsten Teile des Naturschutzgebietes, der Hörpeler Heide. Ein breiter Feld- und Wiesengürtel umgibt das Dorf, in dessen Mitte die kleine Kirche steht. Die Kleinbahn (Luhebahn) von Winsen über Egestorf wurde im Jahre 1909 über Döhle und Hörpel (Bahnhof Evendorf-Hörpel) nach Hützel verlängert und erleichterte den Landwirten den Absatz ihrer Ernteerträge. Heute hat sie für den Ort keine Bedeutung mehr.

 

Geschichte

Aus alten Zeiten ist überliefert, dass es hier ein Megalithgrab gegeben hat. Vermutlich wurde es, wie so viele andere in der Heide, als Steinbruch genutzt und für die Gewinnung von Baumaterial zerstört. Die erste Nennung  Hörpels datiert aus dem Jahre 1193, als das Dorf, als Teil des  Kirchspiels  Bispingen  an den Bischof Lüder von Verden verkauft wird.

Es war ein typisches Heidebauerndorf. Lange Zeit lag es, von Wald umgeben, fern ab von allen Straßen.  Erst 1910 bekam es Anschluss an die Landesstraße von Bispingen über Volkwardingen und Hörpel, nach Evendorf.

 

Viele der alten Bauerngehöfte sind von den, für die Heide typischen, Feldsteinmauern umgeben. Eine Besonderheit ist, dass einige der Bewohner Hörpels  nicht zum Kirchspiel Bispingen gehören. Im Jahre 1874 wurde hier, auf Grund der Auseinandersetzungen um die staatlich angeordnete Union von lutherischer und reformierter Kirche in Preußen, die Gemeinde der evangelisch-lutherischen Freikirche „St. Pauli“ gegründet, der bis heute viele Einwohner angehören. Der zunächst als Kirche genutzte Schafstall erwies sich einige Jahrzehnte später als ungenügend. Er wurde abgebrochen und in Haverbeck wieder aufgebaut, wo er bis heute steht.  An seiner Statt  wurde in den Jahren 1908 bis 1909 die schmucke neue Kirche erbaut. Ihr  28 Meter hoher Turm ragt heute freundlich zwischen den Kronen großer Eichen hervor und ist Mittelpunkt und Zierde  des Dorfes.

 

Der Wandel der Zeiten ging auch an Hörpel nicht vorüber. Landwirtschaftlich tätig sind heute nur noch wenige der Höfe  im Ort, der sich  mit den Jahren zu einem „Handwerkerschwerpunkt“ verändert hat.  Es sind neue Siedlungen am Dorfrand entstanden und Hörpel entwickelt sich bei guter Autobahnanbindung, zu einem günstigen Wohnort für Familien.

 

Dorfleben

Hörpel hat einen Kindergarten;  es gibt die freiwillige Feuerwehr, in der sich viele Einwohner engagieren und die St. Pauli Kirchengemeinde, beide machen sehr erfolgreiche Jugendarbeit und tragen zum Zusammenhalt der Ortschaft bei.

 

Tourismus

Vorbei am Islandpferdegestüt „Norderheide“, überquert man die Autobahn und  hat direkten Zugang zur Hörpeler Heide, einer weitläufigen ursprünglichen Heidelandschaft, die zu schönen Wanderungen Richtung  Döhle einlädt.

In Hörpel ist die Porzellan Manufaktur „Calluna“ ansässig, die in der  Lüneburger Heide Porzellan veredelt und gern von Touristen besucht wird.

 

Marietta Hemmerle